Kirchweihfeste

Das Kirchweihfest ist grundsätzlich der Jahrestag der Kirchenweihe. Ist das Datum der Kirchenweihe unbekannt, wird die Feier des Jahrestages oft auf das Patrozinium der Kirche gelegt. Sowohl bei den Katholiken wie auch bei den Protestanten finden alljährlich zum Andenken an die Kircheinweihung Feste statt, welche den Namen Kirchweihe, Kirchmesse, Kirmes – oder fränkisch „Kerwa” – führen.

Kirchweihfeste kommen schon im 9. Jahrhundert vor, haben aber nur an wenigen Orten ihren ursprünglichen Charakter behalten. Meist sind sie im Laufe der Zeit zu einfachen Volksfesten geworden, deren Hauptzweck die Belustigung ist.

Kirchweih – Was heißt das?

Der Begriff „Kirchweih” bezeichnet

  • den Akt der Weihe einer Kirche
  • das Fest der Kirchweihe (also die gesamte, mit dieser Weihe verbundene liturgische Feier)
  • die jährliche Gedächtnisfeier der Einweihung einer Kirche

Kirchweihtraditionen

Kirchweihbaum

Am Samstag wird von den ortsansässigen Burschen oder Vereinen der „Kirchweihbaum“ aufgestellt. Die Burschen fahren mit dem Traktor und Anhänger in den Wald, um den vorher ausgesuchten Baum (meist eine Fichte) zu fällen und ins Dorf zu bringen. Der Baum darf beim Fällen nicht durchbrechen, insbesondere der empfindlichen Spitze wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Baum wird mit Kränzen, Bändern und Bildern verschiedener Handwerkszünfte geschmückt.

Von der Musikkapelle begleitet, wird der Baum dann am Samstagnachmittag in das Dorf gefahren und auf dem Dorfplatz unter Benutzung verschieden langer, an einem Ende verbundener Stangen wieder aufgestellt.

Hahnenschlag

Der Hahnenschlag ist ein alter, volkstümlicher Brauch. Es geht dabei darum, mit verbundenen Augen einen Tontopf mit Hilfe eines Dreschflegels zu erschlagen. Wer den Tontopf trifft, so dass dieser zerspringt, gewinnt. Dabei hat jeder Teilnehmer nur einen Versuch.

Um die Teilnehmer vor dem Schlagen zu verwirren, werden sie mit verbundenen Augen zum Tanz aufgefordert oder mehrfach um die eigene Achse gedreht. Mit Hilfe des Publikums soll dann auf den Tontopf gezielt werden.

Der Gewinner erhält eine Siegerprämie – früher war dies ein Hahn. Ursprünglich zielte man auch an Stelle des Tontopfes auf einen Hahn. Daher kommt auch der Name dieses Brauches.

Termine und Traditionen in den Ortsteilen

GemeindeteilName der KircheKirchweihtermin Besondere Traditionen
ZapfendorfPeter und Paulam Sonntag nach Peter und Paul (29.06.)Montags findet ein Fußballspiel statt. Die Pfarrjugend tritt gegen den Pfarrgemeinderat bzw. die Kirchenverwaltung an.
KirchschlettenSt. Johannes der TäuferSonntag nach JohanniBaum aufstellen
LaufHeilige Drei Königezweiter Sonntag im OktoberBaum aufstellen, Hahnenschlag
OberleiterbachSt. Laurentiuserster Sonntag im SeptemberMontag ist Kindertag - es gibt Spiele und eine Hüpfburg. Außerdem treten Alt und Jung in einem Fußballspiel gegeneinander an.
OberoberndorfMuttergottes von Lourdes MuttertagHahnenschlag, Kletterbaum mit Süßigkeiten für Kinder
Reuthlos-Samstag vor JohanniBaum aufstellen
RothRosenkranzmadonnaPfingsten-
SassendorfMariä Geburterster Sonntag im SeptemberBaum aufstellen. Montags findet ein Gaudi-Fußballspiel statt. Dabei treten z. B. Frauen gegen „Ü100-Männer” an. Wiegt ein Mann keine 100 kg, werden zwei Männer zusammengebunden.
UnterleiterbachSt. Magdalenaletzter Sonntag im August-