Blick in die Geschichte

Der Markt Zapfendorf ist heute eine der nördlichsten Gemeinden im Landkreis Bamberg und grenzt an den Landkreis Lichtenfels. Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte Zapfendorf zum ehemaligen Landkreis Staffelstein.

Der Ort Zapfendorf wird urkundlich im Jahre 904 erstmals erwähnt. Teilweise wird behauptet, der Name stamme von seiner früheren Bedeutung des Ortes her, als „Zapfstelle” (althochdeutsch „zapfo” = Zapfen, Wirt) für Durchreisende entlang des Mains.

Am 01.04.1945 wurde Zapfendorf durch die Explosion eines im Bahnhof abgestellten Munitionszuges fast vollständig zerstört: 163 Wohnhäuser wurden zerstört, davon 142 vollständig, etwa 100 Scheunen und rund 300 Nebengebäude wurden vernichtet, zudem auch noch viele Industriebetriebe. An diesen Vorfall erinnert heute noch ein Mahnmal in der Nähe des Bahnhofes. Durch die Tatkraft der Einwohner und der ansässigen Gewerbebetriebe war Zapfendorf bereits im Jahr 1952 wieder vollständig aufgebaut. Der Wiederaufbau soll 6 bis 8 Millionen Reichsmark gekostet haben.

Am 18.03.1965 wurde der Gemeinde Zapfendorf durch das Bayer. Staatsministerium des Inneren die Bezeichnung „Markt” verliehen. Die Bezeichnung Stadt oder Markt darf nur an Gemeinden verliehen werden, die nach Einwohnerzahl, Siedlungsform und wirtschaftlichen Verhältnissen der Bezeichnung entsprechen. 

Die Gebietsreform 1969 – 1978

Die kommunale Gebietsreform, die in den Jahren 1969 - 1978 im ganzen Freistaat Bayern wesentliche Veränderungen mit sich brachte, hat sich auch entscheidend auf den Markt Zapfendorf ausgewirkt. Bis zu dieser Reform bestand die politische Gemeinde Zapfendorf nur aus der Ortschaft Zapfendorf und gehörte zum Landkreis Staffelstein.

Zum 01.07.1972 traten die ersten und erheblichsten Änderungen ein. Aufgrund von Beschlüssen der Gemeinderäte der bis dahin selbstständigen Gemeinden Kirchschletten, Lauf (mit Roth), Oberleiterbach, Oberoberndorf (mit Reuthlos) und Sassendorf mit entsprechender Bestätigung durch den Marktgemeinderat Zapfendorf und der Aufsichtsbehörden durch Rechtsverordnung wurden diese Gemeinden zum 01.07.1972 freiwillig in den Markt Zapfendorf eingegliedert und gaben somit ihre Eigenständigkeit auf.

Zum selben Zeitpunkt wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst und der Markt Zapfendorf dem Landkreis Bamberg zugeteilt.

Der nächste und letzte Schritt der Gebietsreform vollzog sich zum 01.01.1978, als die bis dahin selbstständige Gemeinde Unterleiterbach auf freiwilliger Basis in den Markt Zapfendorf eingegliedert wurde.

Seit der Gebietsreform ist Zapfendorf eine „Großgemeinde” und besteht aus folgenden Gemeindeteilen: Zapfendorf, Unterleiterbach, Oberleiterbach, Reuthlos, Kirchschletten, Oberoberndorf, Roth, Sassendorf und Lauf.

Die Gebietsreformen wirkten sich natürlich auch auf die Einwohnerzahlen aus. So waren es zum 30.06.1972 vor der 1. Gebietsreform – Zapfendorf war damals noch eigenständiger Ortsteil – 1.982 Einwohner. Zum 01.07.1972 waren es nach Eingliederung der ersten Gemeinden bereits 3.239 Einwohner. Am 31.12.1977 zählte der Markt Zapfendorf 3.138 Einwohner, nach Abschluss der Gebietsreform am 01.01.1978 (also nach Eingliederung der Gemeinde Unterleiterbach) zählte der Markt Zapfendorf insgesamt 3.665 Einwohner. Die Zahl der Gemeindeeinwohner steigt seither stetig, wie man an der Entwicklung der Einwohnerzahlen sehen kann. Zum Stichtag 31.12.2015 waren insgesamt 5.102 Einwohner mit Hauptwohnsitz im Markt Zapfendorf gemeldet.