Unterleiterbach

Aus dem Jahr 796 stammt die älteste Urkunde, in der Unterleiterbach genannt wird. Die 1346 erstmals urkundlich erwähnte Kirche St. Magdalena beherrscht durch ihre Lage auf einer kleinen Hangterrasse das tiefer liegende Dorf. Die Kirche und der Kirchhof werden von einer Sandsteinmauer umschlossen. Mitte des 18. Jahrhunderts wird die heute noch stehende Valentini-Kapelle als Wallfahrtskirche unter der Leitung von Johann Jakob Michael Küchel gebaut. Etwa zur selben Zeit beginnt der Bau des Schlosses, welches sich heute in Privatbesitz befindet.

Eine Dame Marpurc schenkt ihre in Unterleiterbach liegenden Güter 796 dem Kloster Fulda. Im Jahre 1018 schenkte nach einer Urkunde – die allerdings angezweifelt werden kann – Kaiser Heinrich II. neben anderen Orten auch „leiderpach” dem Kloster Michaelsberg. Ein Ortsadel mit dem Namen "de Leiterpach" taucht erstmals im Jahre 1139 auf.

Eine Kirche, St. Magdalena, gab es einer Urkunde zufolge zumindest ab dem Jahre 1346 in Unterleiterbach. Im Jahre 1501 wird eine Holzkapelle zu Ehren des Hl. Valentin, dem Schutzpatron gegen die sog. Fallsucht, gebaut. Durch Erbschaft und Kauf kommt 1517 das Geschlecht der Herren von Schaumberg in den Ort. 1525 zerstören aufständische Bauern die in Unterleiterbach vorhandene Burg. Infolge der Wirren im Dreißigjährigen Krieg wird mit dem Jahre 1626 die bis dahin selbstständige Pfarrei Unterleiterbach, die zumindest seit 1397 bestand, mit der Pfarrei Ebensfeld vereinigt.

Nach den Plänen von Johann Jakob Michael Küchel wird von 1738 bis 1740 die heute noch stehende Valentinskapelle als Wallfahrtskirche gebaut, die Freskenmalereien stammen von Giovanni Francesco Marchini. Im Jahre 1739 beginnt Justus Heinrich Dientzenhofer im Auftrag von Gräfin Susanne Elisabeth von Brockdorf, einer geborenen von Schaumberg, mit dem Bau des Schlosses, welches heute noch steht und sich in Privateigentum befindet.

Im Jahre 1808 erlischt die Leibeigenschaft, und es öffnet sich der Weg zu einem freien Bauerntum. Eine Bogenbrücke aus Beton wird im Jahre 1913/1914 über den Main gebaut, welche am 12.11.1984 wegen Einsturzgefahr gesprengt und mittlerweile durch eine neue dreifeldige Stahlbetonbrücke ersetzt wurde.

Host scho kört? – Die „Lädderbocher Vögelfanger”

Zu früheren Zeiten strichen die Unterleiterbacher vorhandene Sträucher mit Leim an, um auf diese Weise Vögel zu fangen. Diese Vögel wurden dann eingefärbt und als Singvögel weiterverkauft.

(Quelle: Aussagen alteingesessener Unterleiterbacher)