Homeschooling aus meiner Sicht

  • Schule

Leider gibt es zur Zeit aus der Schule nur sehr wenig von spannenden, interessanten Erlebnissen zu berichten, was wir uns alle sehnlichst wünschen.

Jede Lehrkraft hat bestimmt auch im sogenannten Distanzunterricht kleine Highlights mit ihren Schülern, lustige Anekdoten, jedoch kann ich davon nicht wirklich viel schreiben.

Deswegen möchte ich an dieser Stelle meinen eigenen Kampf, meine Erfolgserlebnisse und meine Impressionen vom Distanzunterricht schildern und ich bin sicher, dass sich viele Kollegen in der einen oder anderen Situation wiederfinden werden.

Im ersten Lockdown nahmen Lehrer, Eltern und Kinder die Schließung noch mit einem gewissen Maß an Humor, Geduld und mit der Bereitschaft, neue Lernwege zu gehen an. Es wurde einiges ausprobiert, manches für gut befunden und einiges wieder verworfen, da Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis standen. Der Sommer stand bevor und hoffnungsvoll blickten wir alle dem neuen Schuljahr entgegen. Klar, war manches nachzuholen, mussten Verhaltens- und Hygieneregeln in die Köpfe der Akteure. Aber wir gingen es an und selbst mit Maske im Unterricht (was schon die Kleinsten toll umsetzten), mit Zonen im Pausenhof, ohne richtigen Kontaktsport, ohne Singen zu dürfen und beliebte Sozialformen umsetzen zu können, waren wir doch zusammen, konnten lachen und lernen.

Vor Weihnachten war dann klar, dass uns der zweite Lockdown eingeholt hatte.

Kamen uns schon die Weihnachtsferien mit ihren über drei Wochen lange vor, so ist die Zeit bis jetzt und wohl auch noch länger, zermürbend, oft nervenaufreibend und für alle Beteiligten äußerst unbefriedigend.

In der Schule versucht jeder nach eigenen Möglichkeiten und Lehrerpersönlichkeit, seinen Klassen- und Fachunterricht den Kindern nahe zu bringen. Kunststoffboxen werden wöchentlich bestückt, Wochenpläne verschickt, zunehmend Videokonferen-zen abgehalten, padlets (Online-Pinnwände) aktualisiert, Telefon und E-Mail-Sprechstunden angeboten und vieles mehr.

Es ist nicht gerade einfach bei der Masse an Plattformen, Tools, Apps, Kontaktformen den Überblick zu behalten. Meetzi, Teams, Big Blue Button, Jitsi, Zoom um nur einige zu nennen. Ja, wir Lehrer bilden uns online diesbezüglich immer weiter, aber das ist kein Garant, dass es dann auch funktioniert. Ich erinnere mich, nach einer Fortbildung stolz einen virtuellen Raum für meine Klasse eingerichtet zu haben, fast alle Kinder waren drin und dann…..konnten sie mich weder sehen noch hören! Gott sei dank war es möglich, dass wir zeitgleich, mit der Hilfe einer Mutter, in einen anderen Chatroom wechselten, aber meine Motivation war erstmal ganz weit unten. Da hatte ich mich nach dem ersten Lockdown einen neuen eigenen PC (Lehrer-Laptops gibt es erst demnächst) gegönnt mit Kamera und Mikrofon (was mein alter Computer nicht hatte) und dann das!!!

Datenschutz ist da auch so ein böses Wort. Nicht alles Gute, was uns die Arbeit erleichtern würde, dürfen wir auch einsetzen. Worüber manche Eltern froh wären, sorgt bei anderen für Unmut und Skepsis oder wird einem schlichtweg untersagt.

Gefühlt hört der Tag zurzeit nicht mehr auf. Man schläft mit Gedanken an die Schule ein und wacht damit auf und manchmal dreht sich das Gedankenkarussell auch mitten in der Nacht.

„Habe ich alle Lösungen am Abend hochgeladen? Wie bekomme ich das neue selbstgedrehte Lernvideo auf meinen Youtube Kanal ? (denn nur so ist die Datenmenge klein genug, um es dann aufs padlet zu verlinken). Hoffentlich klappt morgen Teams bei allen Schülern! Was mache ich mit dem Schüler, von dem ich gar nichts höre? Wie beruhige ich Eltern, die sich um den Lernfortschritt und das Seelenleben ihrer Kinder Sorgen machen?

Klar, kann man sich als Lehrer seine Zeit oft einteilen, aber richtig fertig ist man nie. Viele von uns kämpfen mit den gleichen Problemen wie die Eltern unserer Schüler: Gleichzeitig im Homeoffice Leistung bringen und die eigenen Kids beaufsichtigen und mit ihnen lernen.

Aber auch von der anderen Seite höre ich, dass Eltern und Kinder am Limit sind. Mehrere Kinder auf einmal zuhause - kein Sport, Hobby und Treffen mit Freunden zum Ausgleich – nicht genügend PC`s oder technische Möglichkeiten für das reibungslose Lernen zu Hause – blankgelegte Nerven, weil das Kind eben nicht auf die Mama hören will oder endlos diskutiert – Unterrichtsinhalte, die man als Eltern eben nicht so einfach aus dem Ärmel schüttelnd erklären kann – und dabei noch den eigenen Job und die Hausarbeit unter einen Hut bringen.

An dieser Stelle meinen größten Respekt und den meiner Kollegen!

Bitte unterstützen Sie uns weiterhin und arbeiten Sie nach wie vor vertrauend mit uns zusammen, egal ob sich ihr Kind noch im Distanzunterricht oder wieder im Wechselunterricht befindet.

Ich wünsche uns allen, dass die „Coronazeit“ bald Geschichte ist und ich dann wieder Artikel schreiben darf, von spaßigen, gemeinschaftlichen Ausflügen, Schulfesten und Klassenfahrten.

Bis dahin bleiben Sie alle gesund und hoffnungsvoll

Ihre Kerstin Förtsch

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